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Was ist die Rallye Dakar ?

Die Geschichte der wohl bekanntesten und gefährlichsten Motorsport-Rallye beginnt 1977, als Thierry Sabine bei einer Rallye in der Wüste von Libyen vom Weg abkommt und von der Schönheit der Landschaft gefesselt ist. Er überlegt sich eine Strecke von Paris, über Algier, quer durch die Region Agadez (Niger), die dann schließlich in Dakar im Senegal endet. Thierry Sabine starb bei einem Hubschrauberabsturz bei der Rallye Dakar 1986. Mittlerweile wird die Rallye Dakar vom französischen Unternehmen ASO (Amaury Sport Organisation) durchgeführt.

Wegen der Angst vor Terroranschlägen fand 2008 nach 30 Jahren Dakar zum ersten Mal keine Rallye statt. Als Konsequenz auf die Absage 2008 wählte man für die Rallye 2009 eine andere Route. Diese führte nicht mehr durch Afrika, sondern fand in Südamerika statt.

Die Dakar verlangt Material und Fahrern einiges ab. Nicht nur, dass einzelne Etappen über 800 Kilometer lang sein können, es ist auch nur ein einziger freier Tag, in der Mitte des Rennen vorgesehen. Das bedeutet vor allem für Fahrer ohne die Unterstützung von Mechanikern, dass sie alle Reparaturen selbst durchführen müssen, und das nach einem harten und anstrengenden Renntag, oft auch mitten in der Nacht. Daher ist die Quote derer, die bereits vor Rallye-Ende aufgeben wollen oder müssen, sehr hoch.

Die härteste Rallye der Welt macht allerdings nicht nur durch tolle Landschaftsaufnahmen auf sich aufmerksam. In 34 Jahren Dakar-Geschichte gab es, bis auf eine Ausnahme, in jedem Jahr mindestens einen tödlichen Unfall auf der Strecke zu beklagen. Die genaue Zahl der Verletzten kennt wohl niemand genau. Nicht nur die Fahrer selbst sind gefährdet. Auch einige Zuschauer musste ihr Interesse an diesem Spektakel mit dem Leben bezahlen.

Trotz oder gerade wegen des hohen Risikos und der nicht kalkulierbaren und beherrschbaren Wüste wirkt diese Rallye wie ein Magnet auf alle Rennfahrer. Bereits in seinem zweiten Jahr waren 200 Teilnehmer am Start. Sogar LKW suchen sich den Weg durch die kargen Wüstenlandschaften. Unterschiedlichen Bodenbeläge wie Sand, Schotter und Asphalt müssen bezwungen werden. Die Rallye Dakar verläuft mittlerweile nicht mehr nur durch Argentinien und Chile, sondern hat jetzt noch ein weiteres Gastgeberland, nämlich Chile. Das heißt für die Fahrer sich wieder auf neue Bodenverhältnisse einzustellen und auch eine neue Herausforderung.

Die Faszination der Rallye Dakar ist ungebrochen. Selbst am Fernseher sind die unglaublichen Bilder faszinierend. Wie muss dann erst das Gefühl sein, wenn man das Ganze hautnah erleben darf?

Was macht den Mythos Rallye Dakar aus ?

Seit 1978 weiß die Rallye Dakar zu begeistern. Nicht nur das Motorsport interessierte Publikum verfolgt neugierig und gebannt das Geschehen während der Tage der Austragung. Auch allgemeine Medien beachten die Entwicklung aufmerksam und liefern der breiten Bevölkerung aktuelle Berichte über das wohl härteste und spektakulärste Langstreckenrennen der Welt – quer durch die lebensfeindlichsten Wüsten auf diesem Planeten, in denen es scheinbar nur unendlichen Flächen aus Sand und Dünen und sengender Hitze gibt.

Den enormen Erfolg hätte sich der Franzose Thierry Sabine nicht träumen lassen, als er am 26. Dezember 1978 die erste Rallye ausrichtete. Insgesamt 182 Fahrzeuge nahmen teil. Sie trafen sich auf dem Place du Trocadéro mitten in Paris, um von dort aus eine 10.000 km lange, beschwerliche Reise in unbekanntes Territorium anzutreten. Zielort war Dakar. Die Idee zu dieser einmaligen Veranstaltung kam dem Franzosen Thierry Sabine, als er sich 1977 während der Rallye Abidjan-Nizza mit dem Motorrad tagelang in der Wüste verirrte, wo er sich trotz Lebensgefahr in die einmalige Landschaft verliebte. Die Eindrücke, die er gewann, waren so stark und die Sehnsucht nach einer Wiederholung so intensiv, dass er alles daransetzte, eine Wüstenrallye zu organisieren.

 

Unfälle als Anziehungspunkt

Für diese Leidenschaft musste er 1986 jedoch mit dem Leben bezahlen, als er während der damaligen Rallye Dakar zu Tode kam. Er war beileibe nicht das einzige Todesopfer dieser außergewöhnlichen Rallye. Insgesamt forderte der Motorsportmarathon bereits 60 Menschenleben, was durchschnittlich ca. zwei Todesopfer pro Jahr bedeutet. Dabei kamen nicht nur Fahrer oder Teilnehmer ums Leben. Auch Zuschauer wurden zu Opfer der Dakar. Zum Beispiel verlor der deutsche Fahrer Mirco Schultis im Jahr 2010 in der ersten Prüfung die Kontrolle über sein Fahrzeug und raste in eine Gruppe von Zuschauern. Fünf Menschen wurden bei dem Unfall schwer verletzt, darunter eine 28jährige Französin, die ihren Verletzungen erlag. Abschrecken konnte dies jedoch niemanden. Die Rallye wurde trotz des Todesopfers fortgesetzt – wie immer, nachdem ein Mensch im Verlauf der Veranstaltung ums Leben kam,

Ausgetragen wurde die Wüstenrallye bis einschließlich 2007 gewöhnlich in mehreren Etappen. Startpunkt war bis 1994 immer der Place du Trocadéro in Paris, während der Zielort gewöhnlich der Ort Dakar war. 1992 wurde die Rallye um eine Woche verlängert und führte quer durch den gesamten afrikanischen Kontinent bis nach Kappstadt. Zwischen 1995 und 2007 variierten die Start- und Zielpunkte, wobei mit zwei Ausnahmen der Zielpunkt Dakar blieb. 2008 musste die Rallye aus Sicherheitsgründen nur einen Tag vor Beginn abgesagt werden, weil die Veranstalter die Befürchtung hatten, es könne während des Rennens zu terroristischen Anschlägen kommen. Seit 2009 wird die Rallye Dakar nicht mehr in Europa und Afrika ausgetragen, sondern in Südamerika, was der Faszinationen bis jetzt jedoch keinen Abbruch getan hat.

Ein Grund, warum sich rund um die Rallye Dakar ein besonderer Mythos bildete, ist die besondere Härte des Rennens. Zigtausende Kilometer, die Mann/Frau und Maschine auf sich alleine gestellt unter Lebensgefahr durch unwirkliche Welten fahren, im Auto, auf dem Motorrad oder im Lkw, umgeben von Hitze, Sand und unendlicher Leere. Auch wenn das Risiko heutzutage dank moderner Technik wie GPS nicht mehr so groß ist wie früher, als man kaum über Navigationsgeräte verfügte und es nicht selten passierte, dass sich Teilnehmer in der Wüste verirrten, ist auch dieser Tage die Herausforderung immens. Nicht viele Menschen würden freiwillig die Strapazen auf sich nehmen, welche die Teilnehmer der Rallye Dakar billigend in Kauf nehmen, um ihre Grenzen und die der Technik herauszufinden.

Nicht selten werden außergewöhnliche Leistungen und Veranstaltungen, die Kraft und Mut erfordern und für den normalen Menschen nur schwer vorstellbar sind, im Laufe der Zeit zu Mythen. Es bilden sich Legenden. Tragischerweise dürften auch die vielen Todesopfer zu dieser Mythosbildung beigetragen haben, da sie die Gefahr dieser Rallye deutlich machen und damit auch das Interesse der Medien verstärk geweckt haben. Sie berichten detailliert über die Unfälle und auch die Todesfälle. So bleibt trotz aller Faszination und Anerkennung immer ein etwas unangenehmer Beigeschmack, da man weiß, dass auch bei der nächsten Rallye vielleicht wieder Menschen sterben werden. 

Welche Klassen gibt es bei der Rallye Dakar ?

Bei den zugelassenen Fahrzeugen sind die Autos in zwei Obergruppen und sechs Untergruppen eingeteilt. In der ersten Gruppe befinden sich einmotorige, benzin- und vierradangetriebene Querfeldein-Fahrzeuge, in der zweiten Gruppe befinden sich zweimotorige und ebenfalls benzin- und vierradangetriebene Fahrzeuge. Die sechs Untergruppen sind noch einmal in Dieselfahrzeuge, Fahrzeuge mit Zweiradantrieb und Fahrzeuge aus der Serienproduktion mit Diesel- oder Benzinmotor unterteilt. Grundsätzlich wird zudem zwischen Fahrzeugen aus der Serienproduktion und solchen Fahrzeugen mit verbesserten Querfeldein-Eigenschaften unterteilt.

In der Motorradklasse ist die Aufteilung einfacher. Hier gibt es die Klasse der Marathonmaschinen, welche in ihrer Form so auch bei einem Händler erhältlich sein müssen. Dafür muss ein Nachweis erbracht werden. Andernfalls tritt der Fahrer in der zweiten Klasse an - die Klasse der Super-Production Maschinen. In beiden Klassen wird zusätzlich zwischen Motorrädern mit unterschiedlichen Hubräumen unterschieden. In der ersten Untergruppe dürfen ausschließlich Maschinen starten, deren Hubraum nicht mehr als 250 ccm beträgt. In der zweiten Gruppe beträgt die Hubraumgrenze 450 ccm. In der dritten Gruppe dürfen alle Maschinen starten, die mehr als 450 ccm Hubraum aufweisen.

Die Trucks werden lediglich in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Da sind einerseits die 4x4-Production-Trucks. Ihr Motor liegt oberhalb der Vorderachse und die sind serienmäßig gefertigte Fahrzeuge. In der zweiten Gruppe befinden sich Fahrzeuge mit sechs bis acht Rädern, die ebenfalls den Motor über der Vorderachse haben.
Als Sonderkategorie sind auch Quads zugelassen. Diese werden der Einfachheit halber nur in zwei Klassen eingeteilt. Fahrzeuge bis 500 ccm sowie alle Fahrzeuge mit größerem Hubraum.

Die Regeln der Dakar Rallye sind sehr umfangreich und schwierig zu überblicken. Gleiches gilt für die Klassenunterteilungen der Fahrzeuge. Wichtig ist, dass für Fahrzeuge aus einer Serienproduktion keine Teile verwendet werden dürfen, die nicht aus der Herstellerfabrik stammen. Es müssen Nachweise erbracht werden, dass keine Bauteile manipuliert bzw. verstärkt wurden. Ansonsten muss der Fahrer in die Klasse der Super-Production aufsteigen. 

Welche Voraussetzungen gelten zur Teilnahme an der Rallye Dakar ?

Die Rallye Dakar steht für viele vor allem für das Abenteuer ihres Lebens und für ein großes Stück Freiheit. Hier treten nicht erst seit gestern engagierte und abenteuerlustige Hobbyfahrer gegen Profis aus aller Welt an. Allerdings muss man, wie der letzte Satz schon erahnen lässt, kein Profi sein, um an der beliebten Rallye durch die schönsten Landschaften der Welt teilzunehmen. Dennoch müssen diverse Voraussetzungen erfüllt werden, um bei der Rallye Dakar dabei sein zu dürfen.

Teilnehmer müssen mindestens volljährig sein und einen gültigen Führerschein für das von ihm angestrebte Fahrzeug besitzen. Das bedeutet, dass man im Besitz eines Motorradführerscheins sein muss, wenn man mit einem solchen an der Rallye Dakar teilnehmen möchte. Die Fahrlizenz muss um eine internationale Lizenz und um eine Auslandsstartgenehmigung für das Fahrzeug ergänzt werden. Beide kostenpflichtigen Papiere erhält man beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB). Die Lizenzen müssen spätestens Wochen vor dem Start der Dakar beantragt werden. Diese Voraussetzungen gelten für alle Fahrzeugklassen. Bei diesen handelt es sich um Autos, Motorräder, Trucks  und Quads.

Natürlich muss man auch das eigene Gefährt zum Startort der Dakar verfrachten. Die Kosten dafür sind nicht zu unterschätzen. Zudem sollte sich das ausgewählte Gefährt in einem sicherheitstechnisch unbedenklichen Zustand befinden. Denn, obwohl für die Dauer der Rallye ein Sicherheitsteam für Notfälle bereitsteht, das sich auch um kleine bis mittelschwere Schäden kümmern kann, können diese keine gravierenden Schäden oder Mängel beseitigen. Ein eigenes Team an Mechanikern ist daher zusätzliche Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an der Rallye Dakar.

Fernab dessen sollte man als potenzieller Teilnehmer auch einige körperliche Voraussetzungen erfüllen. Um die kräftezehrende Rallye zu überstehen, muss man unbedingt in einer ausgezeichneten körperlichen Verfassung sein. Das bedeutet, dass man nicht nur gesund und belastbar sein sollte, sondern auch überaus fit. Deshalb ist es empfehlenswert, vor der Rallye ein ausgedehntes Trainingsprogramm zu betreiben. Bezüglich des körperlichen Zustands gibt es zwar keine offiziellen Richtlinien, die Teilnahme an der Rallye kann vom Rallye-Komitee jedoch durchaus abgewiesen werden.